Wer ich bin

Mein Wecker verkündete mit seiner schrillen Melodie einen neuen Tag. Ich öffnete die Augen und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. Ich hatte schon so unglaublich lange nicht mehr geweint. Wann war das letzte Mal? Als ich noch klein war? Dieser Traum war so unglaublich Intensiv, ich roch das Meer immernoch.
Mein Name ist Kai und ich bin zum jetzigen Zeitpunkt 24 Jahre alt. Ich habe einen älteren Bruder. Ich wohne in einem ruhigen Städtchen in Nordrhein-Westfalen. Mein Leben gehört seit ich 14 war, hauptsächlich der Musik. Vor kurzem habe ich dazu noch dir Fotografie für mich entdeckt. Ich liebe es die perfekten Momente bildlich einzufangen die dieser wunderschöne Planet für uns bereit hält. Nebenbei sehe ich mir gerne Filme an, lese Bücher und spiele Videospiele mit meinen Freunden. Im Jahr 2011 habe ich meine Ausbildung in einem Papierwerk abgeschlossen und wurde sogar übernommen! Eigentlich klingt das doch nach einem perfekten Leben oder? Seit gut 3 Jahren wohne ich alleine in einer 68qm großen Mietwohnung.
Es war der 23 Juni 2014 als ich diesen Traum hatte und ich hing psychisch nur noch mit zwei Fingern am Rande des Abgrunds. Alles fing im November 2012 an.

Ein Traum

Es war warm. Genau die richtige Temperatur. Nicht zu kalt nicht nicht zu heiß. Keine einzige Wolke bedeckte den Himmel. Obwohl ich mich in einer Großstadt befand, war es doch relativ ruhig. Vielleicht zu ruhig? Irgendwas war anders, doch konnte ich mir nicht erklären was genau es war. Ich blickte hoch zum Himmel. Die Sonne blendete mir ins Gesicht. Es war einfach perfekt. Ich atmete tief durch die Nase ein und wieder aus. Ich fühlte mich leicht wie eine Feder, die sanft vom Wind getragen wird, endlos über alle Ozeane und Kontinente dieser Welt und niemals zu Boden fallen würde. Es war einfach perfekt.. Zu perfekt.
„Folgen sie mir nun in diese wunderschöne Villa“
Ich drehte mich um.
Nun war alles komplett anders. Die Großstadt war verschwunden. Ich sah Palmen und grüne Sträucher. Es roch salzig und ich hörte die Möwen kreischen.
Ein kleiner Mann mittleren Alters, in Anzug und einen Schlüssel in der Hand stand vor einer Gruppe Menschen. Er hatte große Augen und wenig Haare auf dem Kopf. Doch hinter ihm erblickte ich ein Prachtstück von einer Villa. 2 Stockwerke mit einer Außenfassade aus weißem Marmor. Der Eingang war riesig. Eine große Doppeltür aus dunkelbraunem Holz. Ich stand auf dem Gehweg an der Straße und sah zu wie der Makler die Kaufinteressenten einließ. Als alle eingetreten sind drehte sich der Makler zu mir um.
„Nun kommen sie schon! Es lohnt sich wirklich!“ Rief er mir mit einem freundlichen Lächeln zu.
Ganz perplex folgte ich seiner Anweisung und ging die Einfahrt hoch zur Villa und trat ein.
Es war eine riesige Eingangshalle. Mein Gesicht spiegelte sich auf den glatten Marmorboden. An der Decke ging ein riesiger goldener Kronleuchter. Links und rechts führten je eine Treppe mit einer leichten Biegung nach oben in den ersten Stock. Ich war sprachlos.
„Wir befinden uns nun in der Eingangshalle“ sagte der Makler locker.
„Im Erdgeschoß befinden sich der Wohnraum die großzügig ausgestattete Küche, Esszimmer, das Hobbyzimmer, die Hausbibliothek, ein Partyraum mit Getränkebar und Tresen, ein Baderaum mit einem Pool und die Garage mit Platz für 4 Autos. Im ersten Stock befinden sich die Schlafzimmer, Gästezimmer…“
Mein Blick viel auf die Terrasse die man von der Eingangshalle aus sehen konnte. Ich ging drauf zu, ohne die anderen zu beachten. Und sie schienen mich auch nicht zu beachten. Der Makler sprach unbeirrt weiter.ich ging durch die Terrassentür und spürte einen angenehmen Windhauch auf meinem Gesicht.
Ich stand nun barfuß im Sand. Von dem Makler war nichts mehr zu hören.
Vor mir erstreckte sich das unendliche Meer. Noch nie habe ich so etwas unglaublich schönes gesehen, obwohl ich schon oft ans Meer gefahren bin. Aber jetzt war es anders. Ich vergrub meine Zehen in den Sand. Die Möwen flogen über das Wasser und ich hörte wie die Wellen brachen. Ich konnte unglaublich weit auf das Meer hinausschauen. Noch nie hatte ich so ein intensives Gefühl von Freiheit gefühlt. Die Villa war nun ganz aus meinem Kopf verschwunden. Es gab nur noch mich, den Sand, die Möwen und dieses wunderschöne Meer. Ich spürte wie tränen auf meine Füße fielen. Ich spreiztet meine Hände und blickte nach oben. Ich sah die kleinen Wolken nur noch verschwommen durch meine tränengefüllten Augen. Ich musste blinzeln weil die Sonne blendete und als ich die Augen wieder öffnete blickte ich auf meinem Radiowecker, welcher laut die Musik von Robbie Williams von sich gab. Mein Sichtfeld war immer noch verschwommen. Das Meer ist gegangen… Die Tränen nicht.